Wie finde ich eine seriöse Heilige Birma Züchterin?
Bei eine seriösen, vereinsregistrierten Zucht Deine Traumkatze zu kaufen ist echter Tierschutz. Sie ist unter optimalen Bedingungen aufgewachsen, die Mutterkatze hat genügend Erholungszeit zwischen den Geburten, ihre Genetik wurde über viele Generationen bezüglich Erbkrankheiten beobachtet und bestmöglich geplant, Du als neue/r Besitzer/in wurdest sorgfältig auf Herz und Nieren geprüft und für ihr zukünftiges Leben ausgewählt.
Aber wie findet man eine/n vertrauenswürdige/n Rassekatzenzüchter/in?
Hier eine erste Checkliste:
Zuchtverein:
Ist der Züchter Mitglied in einem anerkannten Zuchtverein, der der Zwingerschutzzentrale angeschlossen ist? Das kann ein freier Verein sein, oder ein Verein der grossen Zuchtverbände WCF, TICA, FIFE, CFA oder GCCF.
Übrigens sind in der Schweiz alle Rassekatzenzüchter ausnahmslos Hobbyzüchter. Es existiert keine Katzenzucht, von der jemand professionell lebt.
Stammbaum:
Der vereinsregistrierte Züchter MUSS seine Kitten mit einem offiziellen Stammbaum verkaufen, der die Abstammung der Katze belegt. Oder er fliegt raus. Ohne Stammbaumnachweis ist es kein Rassekitten, sondern ein überteuerter Mix, egal, was Dir der Verkäufer über die Elterntiere erzählt!
Lass Dir beim Besuch den Stammbaum zeigen und vor allem erklären: Warum hat der Züchter genau diese Verpaarung gewählt? Was kann er Dir zu den Vorfahren und Linien z.B. bezüglich Erbkrankheiten sagen? Sind die Vorfahren Herz- & Nierengeschallt? Reines Ablesen der Championate sagt wenig aus.
Zuchtziele:
Bestenfalls sieht der Züchter in der Katzenzucht nicht nur ein schönes, erfüllendes Hobby, sondern spricht auch über die Verantwortung für seine Katzen und Kitten. Kann der Züchter konkrete Zuchtziele in Bezug auf Gesundheit, Charakter und Rassestandard nennen? Wie lange züchtet er schon/ weiss er, was er tut? Woran arbeitet er gerade, was will er verbessern? Oder werden bloss Babies gemacht, weil es so süss ist?
Gesundheitschecks:
Was erzählt er zu regelmäßigen tierärztlich Untersuchungen seiner Katzen und wie testet er auf Erbkrankheiten? Zur Info: Für Heilige Birma Katzen gibt es derzeit KEINEN Gentest in Bezug auf PKD und HCM. Diese müssen von einem zertifizierten Spezialisten geschallt werden. Entsprechende Gentests sind für den Müll. Wie viele Generationen geschallter Tiere sind im Stammbaum? Investiert er in diese teuren, aber notwendigen Untersuchungen der Elterntiere? Lass Dir die Schallergebnisse zeigen und Dich nicht abspeisen.
Referenzen & Transparenz:
Gibt es evtl. positive Referenzen und Empfehlungen anderer Kittenbesitzer? Wie transparent ist der Züchter, beantwortet er alle Fragen bereitwillig? Stellt der Züchter auch Dir Fragen zur zukünftigen Haltung und Deiner Erfahrung mit Wohnungskatzen?
Besichtigung:
Erlaubt der Züchter einen Besuch, um die Katzen in ihrer bisherigen Umgebung kennenzulernen? Es sollten nicht nur die Kitten gezeigt werden, sondern auch die Elterntiere. Sind alle gesund, neugierig und gut gepflegt?
Wie sind die Lebensbedingungen? Ist es hygienisch, wachsen die Kitten sozialisiert mit anderen Katzen und im engen Kontakt mit ihren Menschen auf? Wie liebevoll geht die Züchterin mit ihnen um? Sind die Kitten verspielt und zutraulich? Ist die Fütterung hochwertig und gibt der Züchter Ernährungsempfehlungen?
Kitten Kauf:
Ist das Kitten mindestens 14 Wochen alt bei der Abgabe? Achtet der Züchter darauf, dass es nicht als Einzelkitten und ungesichterten Freigang abgegeben wird? Sind die Kätzchen altersgerecht 2x mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft und entwurmt/ kotgestestet? Sind sie gechippt und bei ANIS registriert? Bringt der Züchter seine Kitten ggf. ins neue Zuhause? Bietet der Züchter eine lebenslange Nachbetreuung, also Unterstützung auch nach dem Kauf an?
Vertrag & Kaufpreis:
Ein seriöser Züchter wird einen detaillierten Kaufvertrag erstellen, der die Rechte und Pflichten beider Seiten regelt. Der Preis für das Birma Kitten wird angemessen sein und spiegelt die ausgelegten Kosten für Pflege, Gesundheit und Zucht wider. Gibt es ein Rückgaberecht der Katzen im Notfall?
Aus gegebenem Anlass:
Checkliste: Wie erkenne ich einen Vermehrer/ Schwarzzüchter?
Das ist tatsächlich nicht so einfach. Denn unter dem Deckmantel "Hobbyzüchter", "seriös", "reinrassig" oder "liebevoll" verstecken sich oft genug Vermehrer, die am Telefon ausnehmend charmant sein können. Schwarzzucht ist das Gegenteil von nachhaltigem Tierschutz, sie ist eine der Ursachen für viele traurige Katzenschicksale. Bitte unterstütze diese Machenschaften nicht. Diese Checkliste gibt Dir Anhaltspunkte, dass Du es mit einem Vermehrer zu tun hast:
Kein Stammbaum:
Meist kommt das Argument, dass die Kitten gaaanz reinrassig sind, weil die Eltern angeblich einen Stammbaum haben. Aber wenn man als Liebhaberkäufer ja nicht züchten will, brauche man auch keinen Stammbaum. Doch. Braucht man schon. Es ist ganz einfach. Kein Stammbaum = Kein Rassenachweis= keine Rassekatze= ein überteuerter Mix. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, wie man einen Vermehrer erkennt.
Es gibt mittlerweile genügend Gerichtsurteile bezüglich arglistige Täuschung, wenn Mixe mit Rassen bezeichnet verkauft werden. Ohne Stammbaum gibt es zudem keinerlei Kontrollen zu Linien mit Erbkrankheiten. Man kauft sprichwörtlich die Katze im Sack.
Es sei die Frage erlaubt: Warum nicht im Verein züchten, wenn doch beide Elterntiere einen angeblichen Stammbaum haben? Vielleicht, weil die Katzen viel günstiger als Liebhabertiere erworben wurden und der ursprüngliche Züchter betrogen wurde? Oder, weil der Züchter bewusst wegen Erbkrankheiten die Linie schliessen wollte und die Kitten, die jetzt Eltern sind, als Liebhabertiere verkauft hat? Oder, weil der Vermehrer ein ehemaliger Züchter ist, der aus dem Verein geflogen ist, weil er die Tierschutzvorgaben nicht eingehalten hat? Oder, weil die angeblichen Stammbäume eine Lüge sind? Hier ist Vorsicht geboten.
Keine Mitgliedschaft in einem anerkannten Verein:
So entzieht sich der Schwarzzüchter z.B. den Kontrollen, wie oft und bis in welches Alter die Kätzin Junge bekommen darf und ab welchem Alter die Kitten abgegeben werden dürfen.
Kein Kitten, das dem Rassestandard entspricht.
Die Anzeige links auf der Verkaufsplattform tutti zeigt z.B. ein Kitten, das jeder Kenner der Rasse sofort als Mix erkennt: Die weissen Handschuhe und Sporen der Heiligen Birma fehlen, die Augen sind blassblau anstatt strahlend kornblumenblau, die Ohren sind viel zu gross, spitz und hoch angesetzt für eine Birma, der Körper ist zu gestreckt. "Reinrassig" ist hier gar nichts. Wenn Du unsicher bist, lasse Dich gern von einem seriösen Züchter beraten.
Preis & Bezahlung:
Der Preis für die Kätzchen ist ungewöhnlich niedrig, denn es wurde an der Aufzucht und Vorsorge der Elterntiere gespart. Dafür darfst Du on top die zweite Impfung, Chippen und Anmelden bei ANIS etc, übernehmen und kommst so schon fast auf den Preis einer seriösen Zucht.
Eine erkennungs-Garantie ist der vermeintlich günste Preis aber nicht. Oft genug verlangen Vermehrer mittlerweile dieselben Preise wie Vereinszüchter, um u.a. seriöser zu wirken. Oft bestehen sie bereits vor der Besichtigung auf einer Anzahlung, die bei Nichtgefallen nicht zurückgegeben wird. Wenn auf rasche Bezahlung einer "Reservierungsgebühr" gedrängt wird- Vorsicht.
Kein Vertrag:
Kitten gegen Cash vor Ort, ohne Vertrag, Rückgaberecht oder Nachbetreuung.
Intransparenz:
Der Vermehrer gibt sich geheimnisvoll über seine Zuchtpraktiken und beantwortet Fragen ausweichend. Die Stammbäume der Eltern sind leider gerade verlegt. Er erlaubt keine Besuche oder bringt die Kätzchen einzeln ins Wohnzimmer, die Elterntiere sind angeblich im 1. Stock. Die Kitten kennen sich im Besuchszimmer sichtlich nicht aus.
Fehlender Chip & Impfungen, frühe Abgabe:
Die Kätzchen werden ungeimpft z.T. schon mit 10 Wochen abgegeben. Andere geben sie mit 2 Impfungen und 14 Wochen ab. Meist sind die Kitten nicht gechippt, denn das ist richtig teuer. Oder angeblich im Ausland von einem Tierarzt, der beim Nachgooglen gar nicht exisitert. Stempel sind geduldig.. Zur Info: Die Schweizer Chip Nr. beginnt mit 756.
Fehlende Gesundheitschecks der Elterntiere:
Die Katzen werden nicht regelmäßig tierärztlich untersucht oder auf Erbkrankheiten getestet. Wenn erwachsene Katzen aus der Zucht gehen, werden sie oft unkastriert ins nächste Desaster verkauft.
Homepage:
Manche Profi-Vermehrer haben sogar eine eigene Homepage. Eine Homepage schützt nicht vor Schwarzzucht.